Fieber verstehen: normale Körpertemperatur, Grenzwerte und Ursachen
Was ist Fieber?
Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Zeichen dafür, dass der Körper auf etwas reagiert – meist auf eine Infektion. Bei Erwachsenen gilt eine Temperatur ab etwa 38,0 °C (gemessen mit einem digitalen Thermometer im Mund, unter der Achsel oder im Ohr) als Fieber. Der Bereich von 37,5–38,0 °C wird oft als leicht erhöhte Temperatur oder subfebrile Temperatur bezeichnet.
„Fieber ist ein Schutzmechanismus des Körpers, aber es ist wichtig, Warnzeichen zu erkennen."
Wichtig ist nicht nur die Zahl auf dem Thermometer, sondern der Allgemeinzustand: Kann die Person essen und trinken? Ist sie sehr durstig, scheidet wenig Urin aus, hat Atembeschwerden, ist benommen oder hat einen ungewöhnlichen Hautausschlag? – Dies gilt besonders für Kleinkinder und ältere Menschen.
Was ist eine normale Körpertemperatur?
Viele Menschen kennen 37,0 °C als „Normaltemperatur", aber das ist nur ein Durchschnittswert. Die normale Körpertemperatur eines gesunden Menschen liegt üblicherweise zwischen 36,0–37,5 °C und kann von Person zu Person variieren.
Die Temperatur verändert sich auch im Tagesverlauf, abhängig von Aktivität, Alter, Hormonen und Messstelle. Abends ist die Temperatur meist höher als morgens. Bei Kindern kann die normale Temperatur etwas höher sein als bei Erwachsenen.
| Temperatur | Einordnung |
|---|---|
| Unter 37,5 °C | In der Regel im Normalbereich (individuell unterschiedlich) |
| 37,5–38,0 °C | Leicht erhöhte Temperatur / subfebril |
| ≥ 38,0 °C | Fieber |
| ≥ 39,0–40,0 °C | Hohes Fieber, engmaschige Überwachung nötig |
Warum entsteht Fieber?
Wenn Viren, Bakterien oder andere Krankheitserreger in den Körper eindringen, reagiert das Immunsystem mit der Freisetzung von Signalstoffen (Pyrogenen). Diese wirken auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn (Hypothalamus) und setzen den „Sollwert" der Körpertemperatur höher – ähnlich wie beim Hochdrehen der Heizung.
Der Körper versucht dann, seine Temperatur zu erhöhen: Die Blutgefäße in der Haut verengen sich, man fühlt sich kalt, bekommt Gänsehaut und beginnt möglicherweise zu zittern, um Wärme zu erzeugen. Sobald die Temperatur den neuen Sollwert erreicht hat, fühlt man sich heiß, ist gerötet und schwitzt stark.
Höhere Temperaturen können die Vermehrung einiger Viren und Bakterien verlangsamen und bestimmten Immunzellen helfen, effektiver zu arbeiten. Allerdings kann anhaltendes hohes Fieber zu Austrocknung und Erschöpfung führen und ist besonders bei Kleinkindern, älteren Menschen und chronisch Kranken gefährlicher.
Häufige Ursachen von Fieber
- Virale Atemwegsinfektionen: Grippe, COVID-19, Halsentzündung, Bronchitis
- Virale Magen-Darm-Infektionen: Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen
- Bakterielle Infektionen: Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Harnwegsinfektion
- Fieber nach Impfungen: meist leicht und klingt nach 1–2 Tagen ab
Wenn Sie kürzlich in ein Gebiet mit tropischen Infektionskrankheiten gereist sind, informieren Sie Ihren Arzt und behandeln Sie sich nicht selbst über längere Zeit.
Wann ärztliche Hilfe suchen?
Kontaktieren Sie einen Arzt oder eine Ärztin, wenn:
- Das Fieber länger als 3 Tage anhält
- Die Temperatur über 39,5 °C steigt
- Warnsymptome wie Atemnot, Verwirrtheit, anhaltendes Erbrechen oder Hautausschlag auftreten
- Es sich um einen Säugling, einen älteren Menschen oder jemanden mit chronischen Erkrankungen handelt
