Symptome
    12 Min. Lesezeit25. Januar 2026

    Fieber bei Erwachsenen: Ursachen, Symptomkombinationen, sichere Selbsthilfe und Warnzeichen, ab wann Sie zum Arzt sollten.

    Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

    Fieber bei Erwachsenen: Ursachen, Symptomkombinationen und sichere Selbsthilfe

    Fieber bei Erwachsenen ist ein häufiges Symptom – und zugleich ein Alarmsignal, das viele Fragen auslöst: Ab wann ist Fieber gefährlich? Welche Ursachen kommen infrage? Welche Symptomkombinationen sind harmlos, und wann muss ich dringend zum Arzt oder in die Notaufnahme?

    Was ist Fieber bei Erwachsenen?

    Mediziner sprechen bei Erwachsenen in der Regel ab einer Körpertemperatur von 38,0 °C (oral gemessen) von Fieber. Normalwerte liegen etwa zwischen 36,0 und 37,5 °C und schwanken im Tagesverlauf leicht.

    Wichtig: Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es zeigt an, dass der Körper mit einem Auslöser kämpft – meist einem Infekt durch Viren oder Bakterien.

    Fieber richtig messen

    • Oral (unter der Zunge): häufig bei Erwachsenen, relativ zuverlässig
    • Axillär (unter der Achsel): einfach, aber etwas ungenauer; meist ca. 0,3–0,5 °C niedriger als oral
    • Tympanal (im Ohr) oder mit Stirnthermometer: praktisch, aber stark von der richtigen Anwendung abhängig

    Häufige Ursachen von Fieber bei Erwachsenen

    Virale Atemwegsinfekte

    • Grippaler Infekt (Erkältung): leichtes bis moderates Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen
    • Influenzagrippe: plötzlich hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten
    • COVID-19: Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit; möglich sind auch Geruchs- und Geschmacksstörungen

    Bakterielle Infektionen

    • Harnwegsinfektion / Nierenbeckenentzündung: Fieber, Brennen beim Wasserlassen, Flankenschmerzen
    • Lungenentzündung (Pneumonie): Fieber, Husten mit oder ohne Auswurf, Atemnot, Brustschmerzen
    • Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Fieber, Druckschmerz im Gesicht, verstopfte Nase

    Magen-Darm-Infektionen

    Fieber in Kombination mit Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen weist häufig auf einen Magen-Darm-Infekt hin. Gefährlich wird es bei starken Flüssigkeitsverlusten.

    Nicht-infektiöse Ursachen

    Seltener: Autoimmunerkrankungen, Medikamentenfieber, Hitzeerschöpfung, Thrombosen oder Tumorerkrankungen.

    Symptomkombinationen: Was bedeuten sie?

    • Fieber + Husten + Atemnot/Brustschmerz: Verdacht auf Lungenentzündung. Dringend ärztlich abklären.
    • Fieber + starker Kopfschmerz + steifer Nacken + Lichtempfindlichkeit: Mögliche Hirnhautentzündung – Notruf 112.
    • Fieber + Ausschlag (v. a. punktförmig, nicht wegdrückbar): Kann auf schwere Infektionen hinweisen – Notruf.
    • Fieber + Schüttelfrost + starke Krankheitsgefühle: Hinweis auf Sepsis. Sofort ärztliche Hilfe.
    • Fieber + Brennen beim Wasserlassen + Flankenschmerzen: Verdacht auf Nierenbeckenentzündung.
    • Fieber + Durchfall/Erbrechen + Schwindel/trockene Schleimhäute: Dehydrationsgefahr. Viel trinken.

    Sichere Selbsthilfe: Was Sie zu Hause tun können

    Flüssigkeit und Ruhe

    • Ausreichend trinken: Wasser, Tee oder verdünnte Säfte
    • Bei Durchfall: Elektrolyt-/Rehydratationslösungen
    • Körperliche Schonung: viel Ruhe, kein Sport
    • Leichte Kleidung und angepasste Raumtemperatur

    Hausmittel: Wadenwickel & Co.

    Wadenwickel können das Wohlbefinden verbessern:

    • Nur anwenden, wenn Hände und Füße warm sind
    • Lauwarmes Wasser (nicht eiskalt) verwenden
    • Nicht länger als 10–15 Minuten

    Vermeiden Sie extrem kalte Bäder oder Alkohol-Einreibungen.

    Medikamente gegen Fieber

    • Paracetamol: Übliche Einzeldosis 500–1000 mg. Tagesmaximum 3–4 g.
    • Ibuprofen: Häufig 200–400 mg; ohne ärztlichen Rat maximal 1200 mg pro Tag.
    • Nie verschiedene Produkte kombinieren, die denselben Wirkstoff enthalten.
    • Bei Verdacht auf Denguefieber: Auf NSAR wie Ibuprofen verzichten.

    Fieber ab wann gefährlich? Wann zum Arzt?

    Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn:

    • Fieber über 39,0–39,5 °C länger als 1–2 Tage anhält
    • Fieber über 38,0 °C mehr als 3 Tage dauert ohne klare Ursache
    • Fieber trotz Paracetamol oder Ibuprofen kaum sinkt
    • Weitere Symptome wie starke Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, eitriger Auswurf auftreten

    Rufen Sie Notruf 112, wenn zusätzlich:

    • Atemnot, pfeifende Atmung, blaue Lippen
    • Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfälle
    • Sehr starke Kopfschmerzen, steifer Nacken, Lichtempfindlichkeit
    • Starke Brustschmerzen oder plötzliche Bauchschmerzen
    • Lila-rote Punkte auf der Haut, die sich nicht wegdrücken lassen
    • Anzeichen schwerer Dehydration

    Besondere Risikogruppen

    • Schwangere
    • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
    • Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen
    • Ältere Menschen, insbesondere über 75 Jahre

    FAQ: Häufige Fragen

    Ist Fieber immer schädlich?

    Nein. Moderates Fieber ist oft Teil der Abwehrreaktion. Entscheidend sind Allgemeinbefinden, Begleitsymptome und Dauer.

    Warum ist Fieber nachts oft höher?

    Die Körpertemperatur steigt in den Abendstunden natürlicherweise an. Bei Infekten kann das Fieber nachts deutlicher ausfallen.

    Wie lange darf Fieber bei Grippe oder COVID-19 dauern?

    Bei unkompliziertem Verlauf klingen Fieber und Krankheitsgefühl meist innerhalb von 3–7 Tagen ab.

    TB

    PD Dr. med. Tobias Bobinger

    Medizinischer Leiter

    PD Dr. med. Tobias Bobinger ist Arzt mit langjähriger klinischer Erfahrung in der Akutversorgung und in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Infektsymptomen, darunter auch Fieber. Als medizinischer Leiter verantwortet er beim Fieberratgeber die fachliche Prüfung der Inhalte und stellt sicher, dass Empfehlungen verständlich, alltagstauglich und medizinisch korrekt sind.

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